Sonntag, 20. Juli 2008

Kein Hilfe für Rollstuhlfahrer durch ÖBB-Personal

Die integrierten Rollstuhlrampen in den neuen Nahverkehrszügen der Österreichischen Bundesbahnen sind in 139 Bahnhöfen "für die Würscht". Zu groß ist der Niveauunterscheid zwischen Bahnsteig und Waggoneinstieg, als dass ein Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe in den Zug gelangen könnte, zeigt Günter Trübswasser auf.

Hier könnte ein freundlicher Schaffner einspringen, wenn... ja, wenn es ihm erlaubt wäre. Tatsächlich aber erlaubt das Verkehrsministerium seinen Bediensteten nur auf eigene Gefahr, Fahrgästen bei der Benützung der Rampen behilflich zu sein und etwa Rollstühle in und aus den Waggons zu heben. Geht dabei etwas schief, hat der ÖBBler das private Vergnügen, etwa wegen Körperverletzung vor Gericht zu erscheinen.

Betroffen sind nicht nur kleine Bahnhöfe, sondern mit Braunau, Schärding, Rieb, Gmunden, Perg und Freistadt auch Bezrikshauptstädte.

Seitens des Verkehrsministriums wird Rollstuhlfahrern und anderen in ihrer Mobilität beeinträchtigten Personen empfohlen, sich vor Reiseantritt über die baulichen Gegebenheiten an den Bahnhöfen zu erkundigen. Ein zentrale Anlaufstelle dafür ist nicht in Sicht, daher bleibt wohl nur die Möglichkeit, direkt am Kartenschalter des jeweiligen Bahnhofs anzurufen.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Barrierefreiheit öffentlicher Websites in Europa

Die Barrierefreiheit einer Website lässt sich - zumindest zu einem Teil - auch automatisch messen. Eine Überblick über die Resultate für die Websites öffentlicher Einrichtungen liefert eine Studie, die auf der International Conference on Computers Helping People with Special Needs 2008 in Linz präsentiert wurde.

Das Glas ist halb voll

Optimisten wird freuen, dass bereits 50 Prozent aller öffentlichen Websites zumindest Ansätze von barrierearmem Webdesign aufwiesen, eine bemerkenswerte Steigerung gegenüber einem Anteil von nur 30 Prozent im Jahr 2005.

Das Glas ist halb leer

Dem gegenüber steht die traurige Tatsache, dass nur vier Prozent der öffentlichen Websites in Europa automatisch testbare WCAG 1.0 AA Kriterien erfüllen. Selbst der öffentliche Bereich kommt also einer gesellschaftlichen Verpflichtung, die der Gesetzgeber seit vielen Jahren in den juristischen Normen zu verankern versucht, nur schleppend nach.

Maria Putzhuber hat die Details der Studien, die die Grundlage des Vortrags auf der ICCHP in Linz bilden, bei MAIN_web ausführlich exzerpiert und bewertet.

Freitag, 6. Juni 2008

90 ist das neue 50 - Fortschritte der Altersmedizin

Dass wir immer älter werden und dabei gesund und fit bleiben, ist (natürlich auch) den Fortschritten in der Medizin zu verdanken. Um 30 Jahre ist die Lebenserwartung in den letzten hundert Jahren gestiegen, mehr als jemals zuvor in den 5000 Jahren Menschheitsgeschichte. Das wir so viel gesündre sind als dei Generationen vor uns, hat aber meiner Meinung nach nicht nur mit der Medizin zu tun, sondern auch mit den geänderten Lebensumständen.

Nur auf medizinische Faktoren reduziert ist die Begründung etwas knapp. Soziale Umstände, der Rückgang von schwerer körperlicher Arbeit und vor allem auch die simple Tatsache, dass auch im der entwickelten Hemisphäre seit kurzem wirklich jeder genug zu Essen hat, sind ebenso Beiträge zur Verlängerung des Lebens.

Und schon gar nicht zu vergessen: Noch nie war Europa und die USA so lange ohne Krieg wie am Ende des 20. Jahrhunderts. Rein rechnerisch, wenn dieser pietätlose Zugang mal erlaubt ist, werden die vielen Toten der Kriege keine Auswirkungen auf die durchschnittliche Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung haben - aber die sozialen und wirtschaftlichen Umbrüche der Kriegsfolgen durchaus.

Samstag, 23. Februar 2008

Österreich-Urlaub mit Rollstuhl


Ein schönes Hotel für den Urlaub in Österreich zu finden ist wieder ein Stückchen einfacher geworden: Der oberösterreichische Tourimusverband hat auf der Website nohandicap.at
alle oberösterreichischen Tourismusbetriebe zusammengetragen, die der schönste Zeit des Jahres keine Barrieren in den Weg stellen.

Über eine einfache Suchabfrage kann man die eingetragenen Hotels und Pensionen nach ihrer Rollstuhltauglichkeit selektieren. Von "absolut rollstuhltauglich in Sinne der ÖNORM" über "rollstuhltauglich" bis zu "eingeschränkt rollstuhltauglich" reicht die Kategorisierung.

Wo Behinderte ohne Stolpersteine Sehenswürdigkeiten erkunden können, welche Restaurants behindertengerecht ausgestattet sind und ob der letzte Hollywood-Blockbuster im Kino am Urlaubsort auch mit dem Rollstuhl erreichbar ist, klären die Freizeit- und Kulturhinweise auf nohandicap.at.

So ganz verstanden dürften die Macher der Website aber die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern doch nicht haben - wie sonst wäre es zu erklären, dass auf der Bildergalerie Fotos von Mountainbikern oder Wanderreitern gezeigt werden?

Mittwoch, 20. Februar 2008

Ein Interview mit Ines Kiefer, dem Model im Rollstuhl

Ines Kiefer
Hübsch ist Ines Kiefer, jung und attraktiv. Spontan entschlossen nimmt sie am Model-Contest "beauties in motion 2007" teil und erringt prompt den Sonderpreis: ein Modelvertrag mit einem Kosmetikhersteller.

Das vollständige Interview mit Ines ist hier nachzulesen: "Ines Kiefer, ein Model im Rollstuhl".

Ach ja, noch was: Ines bewegt einen Rollstuhl...